Wie wird behandelt?

Eine Epilepsie hat vielfältige Auswirkungen auf das Alltagsleben, die in der Behandlung berücksichtigt werden müssen. Das Lennox-Gastaut-Syndrom geht mit verschiedenen Anfallstypen und großen Anfallshäufigkeiten einher und zählt zu den relativ schwer behandelbaren Erkrankungen. Eine vollständige Heilung der Erkrankung ist noch nicht möglich, aktuell wird jedoch etwa einer von 14 Betroffenen (d. h. ca. 7 %) vollständig anfallsfrei. Die große Mehrheit wird lebenslang epileptische Anfälle haben.

 

Dennoch profitieren auch diese Patienten von einer Behandlung, die die Häufigkeit und die Schwere der Anfälle meist günstig beeinflusst. Dies reduziert die Verletzungsgefahr und verbessert die Lebensqualität sowohl der Erkrankten selbst wie auch ihrer Angehörigen deutlich. In der Regel werden verschiedene Behandlungsmöglichkeiten ausprobiert, um die optimale Therapie zu finden. Eine gute Dokumentation der Anfälle ist hierfür ausschlaggebend. Sie sollten daher möglichst ausführlich die Anfälle in einem Anfallskalender dokumentieren. Dieser Kalender ist z. B. erhältlich bei Eisai GmbH, Lyoner Str. 36, 60528 Frankfurt.

 

Legen Sie den Anfallskalender Ihrem Arzt bei jedem Besuch vor und diskutieren Sie mit ihm die aufgetretenen Anfälle anhand Ihrer Notizen. Als Behandlung der ersten Wahl werden heute Medikamente angesehen. Zusätzlich kann im Einzellfall auch eine spezielle Diät (Ketogene Diät) oder eine Vagusnervstimulation zu einer Besserung führen. Unter Umständen ist auch eine Operation möglich, wenn die Anfälle auf eine exakt zu lokalisierende Schädigung des Gehirns zurückgeführt werden können oder wenn mit Medikamenten keine Besserung erzielt werden kann. Auch wenn die Stürze sehr schwerwiegend sind, kann über eine Operation nachgedacht werden.

 

Neben der Therapie der epileptischen Anfälle ist auch eine umfassende Behandlung der Begleitsymptome wie z. B. Verhaltensauffälligkeiten notwendig. Hilfreich sind körperliches und auch geistiges Training. Allgemein sollte der Lebensstil so angepasst werden, dass Anfälle nicht provoziert werden. Dazu gehören z. B. genug Schlaf und ab dem Jugendlichenalter das Vermeiden von Alkoholkonsum. Eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten ist für das Erreichen einer möglichst großen Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen erforderlich.

Tipps zur Dokumentation der Anfälle

  • Notieren Sie alle Anfälle inklusive den verschiedenen Ausprägungen.
  • Bitten Sie gegebenenfalls Zeugen des Anfalls, ihn so detailliert wie möglich aufzuschreiben.
  • Die Dauer der Anfälle ist nur schwierig abzuschätzen. Schauen Sie daher möglichst beim Auftreten eines Anfalls auf eine Uhr.
  • Laufen die Anfälle immer gleich ab oder gibt es verschiedene Anfallsformen?
  • Notieren Sie bitte Verletzungen, die bei den Anfällen auftreten.
  • Falls möglich filmen Sie einen Anfall und zeigen Sie die Film-Aufzeichnung Ihrem Arzt.

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